22.10.2009 - 15:24 Uhr
Mehr Hightech im Auto, mehr Unfälle
Durch fortschreitende Entwicklung und Miniaturisierung verwandeln sich PKW` s zunehmend zu mobilen Büros und fahrenden Lautsprechern. Dies steigert zwar enorm den Unterhaltungswert im Auto, aber auch die erhöhte Unfallgefahr. Studien zeigen, dass die Reaktionszeit durch das Telefonieren beim fahren deutlich verlangsamt ist. Selbst das Telefonieren mittels Freisprechanlagen stellt eine große Gefahr dar.
Laut der Studien gäbe es kaum einen Unterschied zwischen den Reaktionszeiten der Fahrer ohne Freisprecheinrichtung und denen, welche mittels Freisprecheinrichtung während dem Autofahren telefonieren. Grund hierfür ist das konzentrierte Zuhören, bei welchem sich die Gehirnaktivität um mehr als ein Drittel verringert. Betroffen sind besonders die Gehirnbereiche, welche für die Sensorik, die visuelle Wahrnehmung sowie das räumliche Vorstellungsvermögen verantwortlich sind. Beim Telefonieren mit und ohne Freisprechanlage steigt die Gefahr, von der Fahrbahn abzukommen, erheblich. Verglichen mit dem Fahren unter Alkoholeinfluss, verschlechtert sich zudem die Fahrqualität. Auch das checken von E-Mails oder das surfen im Web während der Autofahrt verringert, trotz sprachgesteuerter Systeme, die Reaktionszeit des Fahrzeugführers um fast ein Drittel.
In-Car – Entertainment
Noch vor wenigen Jahren war Entertainment im Fahrzeug noch bedeutungsgleich mit einem Kassettenradio, heute hat sich diese Branche längst zu einer Milliardenindustrie gewandelt. Ob GPS- Karten-Systeme, DVD-Player, TV-Screens, CD-Wechsler, Satelliten-Radio, Fax, PC-Monitore, Radarwarnsystem, Spiele-Konsolen und vieles mehr, heute findet man in modernen PKW` s fast alles. Zu haben sind mittlerweile sogar moderne Karaoke-Systeme. Technikbegeisterte Autofreaks erfreuen sich zwar des enormen Fahrzeugzubehörs, doch immer mehr Sicherheitsexperten schlagen Alarm. Die Grenzen der Hightech - Fahrzeuge liegen nicht darin, welche elektrischen Geräte sich ins Auto einbauen lassen, sondern in der Verkehrssicherheit. Doch je mehr sich der Fahrer auf die Bedienung eines Gerätes konzentrieren muss, desto mehr wächst auch das Unfallrisiko. Somit muss die Unfallgefahr fast zwangsläufig durch immer mehr Hightech im Auto zunehmen.
Reaktion der Automobilhersteller
Diesem Problem stellen sich mittlerweile auch schon die Automobilhersteller. Es werden bereits Systeme angeboten, die Anrufe und SMS abblocken. Hierfür misst das System mittels Sensoren die Lenkbewegungen, Drehzahl des Motors, Geschwindigkeit etc. und induziert daraus wichtige Informationen über die psychische Belastung des Fahrzeugführers. Dadurch ist das System in der Lage, in gefährlichen Situationen beispielsweise Bremsmanövern, alle nicht relevanten Informationen auszusetzen. Sprachmeldungen des Navigationssystems oder Bordcomputer gehören ebenfalls dazu. Der Anrufer hört lediglich das Besetztzeichen. Doch trotz striktem Verbot in Deutschland, während der Autofahrt ein Handy in die Hand zu nehmen, scheren sich etliche Verkehrsteilnehmer nicht darum. Verheerende Unfälle sind die Folge davon.
Autor: Karim Chelly
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