23.08.2007 - 17:53 Uhr

Privatanbieter drohen mit Schließung von N-TV und N24

Hamburg (ots) - Die Expansionspläne von ARD und ZDF im digitalen Rundfunk beschäftigen die Politik: Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, Kurt Beck und Günther Oettinger, wollen sich von den Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender deren konkrete Konzepte zum Ausbau digitaler Angebote erläutern lassen.

Das kündigt SPD-Chef Beck, der Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder ist, in einem Schreiben an die Senderchefs von RTL und ProSieben-Sat.1 an. Das Schreiben liegt stern.de vor, dem Online-Magazin der Hamburger Zeitschrift stern. Ein erstes Treffen, allerdings ohne Beck, fand bereits statt.

Becks Brief ist die Antwort auf ein Schreiben von RTL-Chefin Anke Schäferkordt und ProSieben-Vorstandschef Guillaume de Posch an mehrere Ministerpräsidenten, das stern.de ebenfalls vorliegt. Die Privat-TV-Verantwortlichen wenden sich darin in scharfen Worten gegen die Pläne von ARD und ZDF, die ihre digitalen Sender Eins Extra und ZDF Info ausbauen wollen.

Schäferkordt und De Posch fürchten, dass öffentlich-rechtliche News-Kanäle "dramatische Auswirkungen" auf die eigenen Sender N-TV und N24 hätten - "bis zur Existenzfrage für die Nachrichtenkanäle und die damit verbundenen Arbeitsplätze".

Aus Sicht der Privatsender wären öffentlich-rechtliche Nachrichtenkanäle "rechtswidrig". Sie fordern die Ministerpräsidenten deshalb auf, die Pläne von ARD und ZDF "gründlich und sorgfältig" zu prüfen.

ARD und ZDF planen, ihr Angebot umfangreich zu erweitern. Sie wollen neue digitale TV-Kanäle starten und mit den Gebührengeldern auch ihre Onlineangebote stark ausbauen. Dagegen hatten bereits die Zeitungs- und Zeitschriftenverlegerverbände und der Privat-TV-Verband protestiert.

Originaltext:Gruner+Jahr, stern



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