06.08.2007 - 16:33 Uhr

Die Maul- und Klauenseuche: Virus auf Reisen

Essen (ots) - Ein Schrecken kehrt zurück. Über sechs Millionen Tiere mussten 2001 in Großbritannien getötet werden, als im Königreich die Maul- und Klauenseuche ausbrach. Die Beseitigung der Tierkadaver wurde zum Problem. Schließlich wurden sie auf Scheiterhaufen verbrannt. Die Fernsehbilder lösten bei vielen Menschen einen Schock aus.

Die Debatte über den angemessenen Umgang mit Tieren verdeckte dies: Niemals zuvor in der Geschichte dieser Tierseuche hatte sich der Erreger damals so rasend schnell und in einer so großen Fläche ausgebreitet. Das erklärt, warum nun die Nachricht über den Ausbruch weltweit Sicherheitsvorkehrungen auslöst. MKS, so das Kürzel, kostete die britische Wirtschaft vor sechs Jahren zwölf Milliarden Euro. Auch diesmal ist der Seuchenalarm von der Insel für Mikrobiologen und Normalbürger über alle Maße beunruhigend. Als Vermutung gilt, dass ein Virus aus einem Forschungs-Labor die Seuche ins Rollen brachte. Entwichen aus einem Labor, in dem ausgerechnet an einem Impfstoff getüftelt wurde. Noch ist unklar, ob Sicherheitsschleusen versagt haben. Klar ist nur: Der globale Fleischhandel hat ein Problem.

Originaltext:Westdeutsche Allgemeine Zeitung/Kommentar von Jürgen Polzin

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