31.07.2007 - 11:25 Uhr
Bildungsförderalismus oder Bildung hürdenfrei
Düsseldorf (ots) - Vielen Bildungspolitikern ist er ein Heiligtum, vielen Normal-Bürgern ein Graus: der Bildungsföderalismus. Die Idee ist gut, und sie ist grundlegend. Doch leider klafft zwischen theoretischem Anspruch und der Praxis in deutschen Landen eine Riesenlücke.
Allzu lange nämlich hat das, was Gestaltungsfreiraum und Ansporn unter den Ländern gewährleisten sollte, kaum mehr gebracht als bildungspolitische Kleinstaaterei. Es ist ein Skandal, dass in Zeiten weltweiter Mobilität ein bloßer Umzug von Düsseldorf nach Berlin für Kinder zur persönlichen Bildungskatstrophe werden kann. Denn die Schulsysteme sind nicht nur verschieden, sondern oft genug inkompatibel. Wer dieses Problem nicht löst, setzt sich dem Verdacht aus, dass Föderalismus für ihn ein bloßer Vorwand ist. um ideologische Grabenkämpfe von vorgestern auszutragen.
Angesichts dieser Entwicklung ist es gut, dass Bundesbildungsministerin Annette Schavan bessere Vergleichbarkeit anmahnt. Noch nämlich sind einheitliche Standards eher eine Willensbekundung als nachprüfbare Praxis. Nur, wer die gesamtstaatliche Verantwortung ernst nimmt, kann erreichen, dass Normalbürger im Bildungsföderalismus wieder mehr sehen als einen parteipolitischen Popanz.
Originaltext:Rheinische Post/Von MARGARETE VAN ACKEREN
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