15.06.2007 - 16:31 Uhr

Daimler Chrysler verzichtet auf irreführende Werbung für neuen Diesel-Smart

Stuttgart(ots)-AutokonzernunterwirftsichvorLandgerichtStuttgartForderungderDeutschenUmwelthilfe-Werbungmitangeblich"extremniedrigenEmissionswerten"desneuenDiesel-Smartwirdeingestellt-BUNDbegrüßtErgebnisdesLandgerichtsStuttgartundfordertdenAutobauergemeinsammitderDUHauf,die"Feinstaub-SchleuderSmartnichtauszuliefern,solangekeinvollwirksamerFilterserienmäßigeingebautwird"

30.Mai2007:DieFirmaSmartwirdfürihrenneuen"smartfortwocdi"nichtmehrmitderfalschenBehauptungwerben,derKleinstwagenhabe"extremniedrigeEmissionswerte".DasistdasErgebnisderheutigenVerhandlungvordemLandgerichtStuttgart,diedieDeutschenUmwelthilfee.V.(DUH)gegendenAutobauerangestrengthatte.BeijederZuwiderhandlungdrohtderDaimler-TochtereineGeldstrafevon7.500Euro.

DieSmartGmbHhattefürdieneueDiesel-VariantedesStadtwagens,dieindiesenTagenausgeliefertwerdensoll,imInternetmitdemSatzgeworben:"Derbewährte3-Zylinder-Common-Rail-TurbomotormitserienmäßigemDieselpartikelfilter(offenesSystem)erzieltextremniedrigeEmissionswerte".DieAussageistnachweislichfalsch,weilmittlerweilederweitüberwiegendeTeilallerneuenDiesel-PkwinDeutschlandmiteinemgeregeltenDieselrußfilterausgestattetist.DerFeinstaub-AusstoßliegtinallendiesenFällenumeinenFaktorzehnumeinvielfachesunterdemdesDiesel-Smart,derlediglichmiteinemminderwirksamenFilter("offenesSystem")ausgestattetist.DerStadtwagenderDaimler-TochterSmartstößtsogarerheblichmehrDieselrußausalseinmodernerStadtomnibusmitgeregeltemPartikelfilter.

MitdemErfolgvordemLandgerichtStuttgartsetztesichdieDUHnacheinerschonlängerandauernden,zähenAuseinandersetzungmitdemAutokonzerndurch.DieVorsitzendedesBundfürUmweltundNaturschutzDeutschland(BUND)inBaden-Württemberg,BrigitteDahlbender,begrüßtedasErgebnisderVerhandlungals"MeilensteinfürdieGesundheitderBevölkerungundmehrUmweltschutz".DieInformationsrechtederVerbraucherinnenundVerbraucherwürdengestärkt,daunbequemeFakten"nunnichtmehreinfachmitflottenWerbesprücheninihrGegenteilverkehrtwerdendürfen."

DiejuristischenVertreterdesDaimler-Konzernshatteneingelenkt,nachdemdasGerichtunmissverständlichklargemachthatte,dassesandernfallseineeinstweiligeVerfügungimSinnederUmweltschützererlassenwürde.SmartmussjetztbinnenvierzehnTagendieirreführendeWerbungflächendeckendinihremInternet-AuftritttilgenunddarfsieauchnichtmehrinneuenWerbebroschürenabdrucken.DUH-BundesgeschäftsführerJürgenReschwertetdaserzielteErgebnisals"SiegaufderganzenLinie"gegendenSmart-MutterkonzernsDaimler."Daimler-ChefZetschehatdasvonseinemVorgängergegebeneVersprechengebrochen,denneuenSmartmiteinemgeregeltenPartikelfilterauszustatten.DerneueDiesel-Smartistundbleibtder´DreckspatzvonMercedes´,eristdaseinzigeneueMercedes-ModellohnegeregeltemRußpartikelfilter."Faktbleibe,dassausgerechneteinStadtwagendieaufEU-EbenebereitsbeschlossenenneuenGrenzwerteumeinMehrfachesverfehle.DieEinigungvorGerichtbestätigenur"dieschlichteSelbstverständlichkeit,dassdieFirmaSmartnichtmitirreführendenAussagenzudenEmissionswertenseinerFahrzeugeaufKundenfanggehendarf."DerneueDiesel-Smartstoßemitetwa13MilligrammPartikelmasseprogefahrenemKilometer(mgPM10/km)erheblichmehrdergefährlichenFeinstaubpartikelausalsdieabSeptember2009verbindlicheEuro5-Abgasnormmit5mgPM10/kmzulasse.Etwa80ProzentderinDeutschlandneuausgeliefertenDiesel-PkwverfügtenübervollwertigePartikelfilter,diedieEuro5-Normschonheuteeinhalten.AusdiesemGrundmüssenSmartkäuferaucheineStrafsteuervon1,20Euro/100ccmHubraumzahlen.

BUNDundDUHfordertendenAutokonzernauf,dieAuslieferungdesneuenDiesel-SmartsolangezustoppenundseinenVerkaufsolangeeinzustellen,bisermindestenssosauberseiwiejedermoderneStadtbusmitgeregeltemPartikelfilter.

DahlbenderkritisiertedasmangelndeEngagementdesStuttgarterAutobauerszurBekämpfungdesgesundheitsschädlichenFeinstaubesindenStädten."Esistumwelt-undgesundheitspolitischeinSkandal,dassausgerechnetdasStadtautoSmart,dasvorrangigindenmitFeinstaubohnehinhochbelastetenBallungszentrenverkehrensoll,immernochmiteinemunzulänglichenPartikelminderungssystemausgestattetwird."DieFührungsspitzeeinesWeltkonzerns,derseinenSitzinder"Feinstaubhochburg"Stuttgarthabe,solltegenügendsensibilisiertsein,seineAutosmitdenbestentechnischenVorkehrungenzurReduzierungderRußpartikelauszurüsten.HiermüssebeimneuenSmartschnellstensnachgebessertwerden.WennderKonzernnichteinlenke,würdenBUND-MitgliedernochimFrühsommerdamitbeginnen,potenzielleSmart-KundenmitProtestenund"kreativenAktionen"überdiebesondereRusspartikelproblematikdes"smartfortwocdi-Diesel"zuinformieren.

DUH-AnwaltRemoKlingererklärtenachderEinigungvordemLandgerichtStuttgart:"DasVerfahrenbestätigteinmalmehr,dassdieZeitenvorbeisind,indenengroßeundmächtigeUnternehmenungestraftundohneImageschadeninallerÖffentlichkeitgegenUmwelt-undVerbraucherschutzvorschriftenverstoßenkonnten."

Originaltext:DeutscheUmwelthilfee.V.

Pressekontakt:FürRückfragen:Dr.BrigitteDahlbender,BundfürUmweltundNaturschutzDeutschland(BUND),LandesverbandBaden-Württemberg,Vorsitzende,Paulinenstr.47,70178Stuttgart,Tel.:0711/620306-17,E-Mail:presse.bawue@bund.net

JürgenResch,DeutscheUmwelthilfe,Bundesgeschäftsführer,Fritz-Reichle-Ring4,78315Radolfzell;Mobil:0171/3649170,Fax.:0773299950,E-Mail:resch@duh.de

Dr.RemoKlinger,RechtsanwaltskanzleiGeulen&Klinger,Schaperstr.15,10719Berlin,Tel.:0308847280,E-Mail:klinger@geulen.com

Kommentare

Keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden