04.05.2007 - 11:26 Uhr
Was Mütter fordern / Hamburger Müttermanifest aus der Körber-Stiftung
Hamburg (ots) - 120 Frauen formulierten heute in der Körber-Stiftung ihre Forderungen an Politiker, Gesellschaft, Partner und Kinder. Sie fordern:1. An die Meinungsmacher, gebt der deutschen Mutter eine Chance. Durchbrecht das Muttermonopol! Befreit Mütter von den Zwängen des eigenen Rollenbildes. Auch andere Personen können Fixsterne im Kinderuniversum sein.2.
An die politischen Entscheider, fördert die vielfältigen Lebensentwürfe von Müttern. Seid kreativ und entwickelt Rahmenbedingungen für eine mütterfreundliche Gesellschaft, die den tausend Facetten und Stationen eines Mutterlebens gerecht werden.
3. An die Mütter, lebt mit euren Kindern, nicht nur für sie! Mütter: nehmt eure eigenen Bedürfnisse wahr und ernst. Schafft euch regelmäßig Kraftquellen und gönnt euch täglich Pausen! Verliert euch selbst nicht aus dem Blick!
4. An die Politiker, erkennt endlich an: Mutter ist ein vollwertiger Beruf. Stellt die Arbeit in und für die Familie mit anderen Berufen gleich. Das bedeutet soziale Absicherung, Einkommen und gesellschaftliche Anerkennung für jede Mutter.
5. An die Arbeitgeber und Ausbilder, ebnet neue Wege für die berufliche Entwicklung von Müttern - von der Ausbildung bis in die Chefetage. Leistet Unterstützung durch flexible Arbeitszeitmodelle und Wiedereinstiegshilfen.
6. An die Städte und Gemeinden, zeigt eure kinderfreundliche Seite und macht Platz für die Erziehung im öffentlichen Raum. Ermöglicht Müttern und Kindern die Teilhabe am Leben in und mit der Stadt.
7. An die Politiker, denkt daran: Mütter brauchen mehr als Kitas. Kinderbetreuung muss individuell und flexibel sein. Sorgt für Qualität in der Ausbildung und finanzielle Aufwertung des Erzieherberufs.
8. An die Mütter und Väter, ihr habt gesellschaftliche Kraft und politisches Potenzial -- nutzt dies auch! Solidarisiert euch, entwickelt Strategien, schließt Bündnisse und kämpft in der Politik für eine kinderfreundliche Gesellschaft.
9. An die Partner, lasst uns Partnerschaft neu lernen und leben! Partnerschaft verkraftet beides: Eltern werden und Liebespaar bleiben - aber nur, wenn wir im Gespräch bleiben und unsere Bedürfnisse artikulieren.
10. An uns alle, verabschieden wir uns vom Mythos der allmächtigen Familie, die alles alleine schafft. Lasst uns das Leben mit Kindern neu gestalten, Netze knüpfen und Verbündete suchen, wo immer wir sie finden.
Das Hamburger Müttermanifest entstand im Rahmen der Tagung »Rabenmutter oder Mutterglück?«. Auftakt der Tagung war die Präsentation der eigens in Auftrag gegebenen emnid-Umfrage zum Kinderwunsch in Deutschland. Das Ergebnis: Weniger als die Hälfte der Deutschen sagt uneingeschränkt ja zu Kindern. Grund ist die wenig kinderfreundliche Gesellschaft. Anlass genug, für die vielen und vehementen Forderungen der Mütter.
Die Tagung war eine Kooperation der Körber-Stiftung mit wellcome, der Hamburger Initiative, die praktische Hilfe für Familien nach der Geburt vermittelt.
Originaltext:Körber-Stiftung USable
Pressekontakt: Eveline Metzen, Körber-Stiftung, Telefon: 040/80 81 92-166, Email: metzen@koerber-stiftung.de