12.02.2007 - 13:13 Uhr

Vorsorgeuntersuchungen als Pflicht: Was uns Kinder wert sind

Cottbus (ots) - In Deutschland leben 200 000 Kinder in verwahrlosten Zuständen oder müssen Misshandlungen über sich ergehen lassen. Zwei Kinder, so die Schätzung des UN-Kinderhilfswerks aus dem vergangenen Jahr, sterben in Deutschland jede Woche durch Schläge oder Vernachlässigung. Eine Zahl, die Angst macht.

Und erklärt, warum eine große Mehrheit der Bevölkerung für verpflichtende Früherkennungsuntersuchungen ist. In einer Forsa-Umfrage sprachen sich 85 Prozent der Befragten für solche Untersuchungen aus. Wirklich spannend aber wäre eine andere Umfrage: Wer ist bereit, für diese Pflichtuntersuchungen zu bezahlen? Zusätzliche ärztliche Leistungen und bürokratischer Aufwand sind nicht zum Nulltarif zu haben. Außerdem sollte die Gesellschaft wissen, was sie denn mit den Ergebnissen derartiger Untersuchungen anfangen will. Wie umgehen mit Eltern, die sich den Pflichtuntersuchungen verweigern? Und was soll mit denen passieren, die offensichtlich überfordert sind mit der Erziehung ihrer Kinder? Wo genau liegt die Grenze, ab der ein Kind zum eigenen Schutz aus der Familie genommen werden muss? Erst, wenn diese Fragen beantwortet sind, kommen wir der Umsetzung des Artikels 2 des Grundgesetzes wieder ein Stück näher. Dort steht: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit." Auch Kinder.

Originaltext:Lausitzer Rundschau

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