29.12.2006 - 13:59 Uhr

Privatschulen

Ulm (ots) - Immer mehr Eltern suchen nach einer Alternative zum staatlichen Bildungsangebot, dem sie mit tiefem Misstrauen begegnen - und sie werden offensichtlich fündig. Auch wenn das Angebot in der Regel einen hohen Preis hat: Was Privatschulen leisten, scheint sein Geld wert zu sein. Bei den deutschen Bildungspolitikern muss diese Entwicklung alle Alarmglocken schrillen lassen.

Die Pisa-Studie hat ihnen aufgegeben, die individuelle Förderung der Kinder voranzutreiben und dafür zu sorgen, dass Bildungschancen hierzulande nicht im Übermaß von der sozialen Herkunft abhängen. Weit gekommen sind die Kultusminister dabei bisher nicht: Zwar gibt es inzwischen mehr Ganztagsschulen. Die bessere Förderung aber, wie sie in Privatschulen zumeist gelingt, lässt weiter auf sich warten. Das kann gewiss nicht den Lehrern angekreidet werden, die heute einer schwierigen Aufgabe gerecht werden müssen. Nein, es sind die Arbeitsbedingungen, die in den öffentlichen Schulen nicht stimmen. Zu große Klassen und zu kleine Budgets engen den Gestaltungsspielraum ein, bremsen die Freude am Lehren und Lernen. Die Eltern, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, haben die Hoffnung aufgegeben, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Auch hier dokumentiert sich eine Staatsverdrossenheit, auf welche die Politik umgehend eine Antwort finden sollte.

Originaltext:Südwest Presse

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