21.06.2006 - 17:26 Uhr
Großstadtcowboys müssen Abschied nehmen von Bullenfängern
München (ots) - Freilaufende Rinderherden sind auf deutschen Straßen eine äußerst seltene Erscheinung. Deshalb können diese auch nicht als Argument für die Ausstattung zahlreicher Geländewagen, Vans oder Pick-ups mit starren Frontschutzbügeln dienen. Andere sinnvolle Funktionen lassen sich mit den so genannten Bullenfängern ebenfalls nicht verbinden.
Stattdessen stellen sie für viele Unfallforscher eine erhebliche Gefahr für Fußgänger dar. Ab November 2006 bekommen starre Frontschutzbügel deshalb auch keine Zulassung mehr. Darüber berichtet AUTO SERVICE PRAXIS in seiner aktuellen Ausgabe.
In den letzten Jahren wurden die Anforderungen an den Fußgängerschutz von Fahrzeugen ausgedehnt. So gelten bereits heute für Fahrzeuge unter 2,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht Grenzwerte für den Aufprall auf die Motorhaube. Mit Hilfe von kleinen Airbags oder deformationsfreundlichen Fahrzeugfronten versuchen Fahrzeughersteller den vorgeschriebenen Anforderungen gerecht zu werden. Doch als Zubehör erhältliche massive Frontschutzbügel konterkarieren diese Bemühungen. Deshalb ist es nur konsequent den Verkauf dieser Systeme jetzt zu untersagen.
Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, wie notwendig dieser Schritt ist. 2005 verunglückten in Deutschland 32.993 Fußgänger, 586 davon tödlich. 90 Prozent der Unfälle ereigneten sich bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h. Bei diesem Tempo entscheidet nach Aussagen von Unfallforschern die Konstruktion des Fahrzeugs darüber, ob Personen leicht verletzt werden oder den Unfall mit dem Leben bezahlen müssen. Besonders Kinder sind durch starre Frontschutzsysteme lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt.
Welche Anforderungen an zukünftige flexible Systeme gestellt werden und was die aktuellen gesetzlichen Regelungen vorsehen, kann in der aktuellen Ausgabe von AUTO SERVICE PRAXIS nachgelesen werden. AUTO SERVICE PRAXIS ist das Fachmagazin für Entscheider und Führungskräfte in Werkstätten und Autohäusern. Ergänzt wird das Monatsmagazin durch den tagesaktuellen Online-Informationsdienst www.autoservicepraxis.de. AUTO SERVICE PRAXIS erscheint im Verlag Springer Transport Media GmbH, München.
Originaltext:AUTO SERVICE PRAXIS